Akkordeon-Orchester Wiesbaden Dietmar Walther e.V.

Wiesbadener Kurier / Lokales / Kultur / Kultur vor Ort

Kultur vor Ort 01.11.2014

Spielt auf Weltmeisterniveau: das Wiesbadener

Akkordeonorchester

 

 

 

Zeigt, dass Akkordeon nicht immer nach Volksmusik klingen muss: das mehrfach ausgezeichnete Wiesbadener Akkordeonorchester.

 

Foto: Michaela Nacken

Von Anja Baumgart-Pietsch

 

WIESBADEN - Akkordeonklänge verbinden viele mit Volksmusik. Was man aber diesem Instrument Kunst- und

Anspruchsvolles entlocken kann, das wird sich beim Jahreskonzert des Wiesbadener Akkordeonorchesters am

Sonntag, 9. November, feststellen lassen.

Das 1950 gegründete Ensemble spiele auf sehr hohem künstlerischen Niveau, erklärt Vorstandsmitglied Werner

Mutz. „Wir nehmen alle drei Jahre am Internationalen Akkordeon-Festival in Innsbruck teil und haben auch bereits zweimal gewonnen.“ Das ist so eine Art „Weltmeistertitel“ – die absolute Krönung in dieser Sparte. Und auch wenn nicht die alleroberste Stufe auf dem Treppchen erklommen wurde, „vordere Plätze erreichen wir immer“, sagt Mutz.

Auch sonst spielt das Wiesbadener Ensemble, das von Dietmar Walther begründet wurde, oft auf Wettbewerben.

Aber auch Konzerte werden regelmäßig veranstaltet. Dabei werden, erklärt Vorstand Norbert Bopp, oft auch

Uraufführungen ins Programm genommen: Zeitgenössische Komponisten haben oft die Gelegenheit genutzt, für

das Wiesbadener Ensemble, das in der Szene als sehr hochkarätig bekannt ist, Werke zu schreiben. Es gibt aber

auch Bearbeitungen anderer Stücke für Akkordeonorchester, von Barockmusik bis zur Opernouvertüre oder

Tangomusik.

Die Nachwuchsarbeit liegt dem Akkordeonorchester, das zurzeit aus 25 Aktiven besteht, sehr am Herzen. Es sei

nicht einfach, Jugendliche für das Instrument zu begeistern, bedauern die Vorstände. Doch es gibt gleich zwei

Jugendgruppen: „Unsere Kleinen, die ,Ton-AKKrobaten’, vier Kinder im Alter von neun bis zwölf Jahren, spielen seit einem Jahr zusammen und werden beim Konzert ihren ersten Auftritt haben“, sagt Bopp. Sie spielen beispielsweise die Titelmusik zu „Pippi Langstrumpf“. Daneben gibt es die „Young Accordionists“, die seit zehn Jahren bestehen.

Von ihnen ist unter anderem die Filmmusik zu „Die Kinder des M. Mathieu“ zu hören. Und neben dem

Hauptorchester existiert noch ein so genanntes „Hobbyorchester“, das nicht ganz so intensiv probt und nicht an

Wettbewerben teilnimmt, „aber natürlich genauso viel Spaß am Spielen hat“, so Mutz. Sie spielen Tango und

Puccini.

Das Hauptorchester bestreitet den zweiten Konzertteil mit Musik von Verdi („Die Macht des Schicksals“),

Mussorgski („Chowantschtschina“), Fritz Dobler („Ballade“) und einer Hommage an Astor Piazzolla von Hans Boll

(„Immortal“). Vier Dirigentinnen, Liane Weber, Susanne Gnad, Jutta Walk und Kerstin Nacken, leiten die Ensembles beim „Concerto armonico“ im Kulturforum Schillerplatz am 9. November um 17 Uhr. „Und in allen vier Ensembles sind neue Mitspieler sehr willkommen“, unterstreichen die beiden Vorstandsmitglieder. Unterricht auf Leihinstrumenten ist auf Anfrage möglich.


  

Akkordeon-Orchester Wiesbaden Dietmar Walther e.V. | info@akkordeonorchester-wiesbaden.de