Akkordeon-Orchester Wiesbaden Dietmar Walther e.V.

 

 

Bellows Across Borders

Das Wiesbadener Akkordeonorchester Dietmar Walther e.V. vom 4. – 7.6.2015 auf Konzertreise in London

Ein großartiges Konzert war der Höhepunkt langer, intensiver Vorbereitungen, die ihren Anfang beim World Music Festival 2013 in Innsbruck nahmen, wo bereits erste Kontakte geknüpft wurden. Nach der Abfahrt am Abend des 4. Juni machen die Wiesbadener am nächsten Morgen, nach 15stündiger Busfahrt erste Erfahrungen mit dem Verkehrsaufkommen in der Rush Hour von Englands Hauptstadt. Knapp zwei Tage hatten die Spieler nun intensiv Gelegenheit die Sehenswürdigkeiten Londons zu erkunden und den Flair dieser bunten Stadt zu erleben. Besonders die Führung in der Royal Albert Hall wird allen Teilnehmern noch lange in bester Erinnerung bleiben.

Am Samstag war es endlich soweit, der Tag des gemeinsamen Konzertes mit den Freunden des London Accordion Orchestra war gekommen und die Spannung stieg.

Wie man bereits am Nachmittag während der Generalprobe in der wunderschönen St. Gabriel’s Church feststellen konnte, war die Akkustik ausgezeichnet und die Vorfreude auf das abendliche Konzert war jedem anzumerken.

Erst kürzlich als Gewinner eines Wettbewerbes aus Irland zurückgekehrt, präsentierte das Londoner Orchester mit seinem Dirigenten, Ian Watson, eine abwechslungsreiche erste Hälfte. Einem charmant dargebrachten „Tango pour Claude“ von Galliano folgte die schwungvoll stürmische Ouvertüre zu „Ruslan und Lyudmila“ von Glinka, die das Orchester bravourös meisterte. Wie wunderbar das Saxophon mit Akkordeonorchester harmoniert, bewies Christian Forshaw zusammen mit dem LAO. Die beiden von ihm arrangierten Stücke wurden gefühlvoll von den Akteuren umgesetzt. Nachdem zum Schluss die beiden Wertungsstücke „Rhapsodia Andalusia“ von Götz und „American Impressions“ von Mahr verklungen waren, wurde das Londoner Orchester von den Zuhörern in der voll besetzten Kirche mit stehenden Ovationen in die wohlverdiente Pause verabschiedet.

Der zweite Teil gehörte dem Wiesbadener Akkordeonorchester Dietmar Walther mit seiner Dirigentin Liane Weber. Das mit viel Gefühl zusammengestellte Programm wurde mitreißend eröffnet mit der „Jig“ aus der „St. Paul’s Suite“, die aus der Feder des britischen Komponisten  Holst stammt. Im weiteren Verlauf ließ das Wiesbadener Orchester erkennen, in welch vielfältigen musikalischen Genres man zuhause ist. Bei der als „UK-Uraufführung“ angekündigten „Ballade“ von Dobler zeigte das Orchester eindrucksvoll, mit welch beeindruckender Professionalität man dessen raffiniert aufgebautes Werk dem Publikum darzubringen vermochte.

Und als man danach überaus gekonnt, mit dämonischen Klängen, bei Saint-Saens Tondichtung „Danse Macabre“ die kratzende Fidel des Todes zu hören vermeinte, fühlte so mancher im Publikum bestimmt einen Schauer über seinen Rücken laufen. Das Orchester musizierte auf höchstem Niveau und folgte seiner Leiterin hochkonzentriert, was in der Perfektion der Darbietung und in deren äußerst musikantischen Interpretation voll zum Ausdruck kam.

Mit Händels Feuerwerksmusik, 1749 komponiert für den britischen König Georg II, setzte das Wiesbadener Orchester den Höhepunkt seines Programmes. Niemanden im Publikum hielt es noch auf seinem Platz, als der lang anhaltende Applaus einsetzte. Das „Finale", der letzte Satz aus Holst's St. Paul’s Suite war die stürmisch geforderte Zugabe, mit der die Wiesbadener den Schlusspunkt setzten.

Nachdem sich beide Dirigenten Arm in Arm vom Publikum verabschiedeten, feierten die beiden Orchester noch lange miteinander dieses gelungene, fulminante, wunderbare Konzert.

 

 

 

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